Wenn man die besten Spiele aus der letzten Ära der Videospielkonsolen wählen müsste, wäre wahrscheinlich bei jedem ein Teil der BioShock-Serie dabei. Denn viele Gamer halten BioShock mit seinen Nachfolgern BioShock 2 und BioShock Infinite zu den besten Spielen, die jemals erschienen sind. Alle drei Spieletitel sind nun in HD auf der aktuellen Konsolengeneration als BioShock: The Collection erschienen. Freundlicherweise habe ich von 2k Games eine Kopie des Remakes erhalten, sodass ich mir die Xbox One-Version des Spiels mal genauer anschauen konnte.

Von Little Sisters und Big Daddies

Eins vorweg: Wenn ihr die Story rund um BioShock und seinen Nachfolgern nicht kennt, dann solltet ihr dringend diesen Artikel auslassen und BioShock: The Collection in die Konsole legen. Denn alle drei Spiele sind absolute Meilensteine der letzten Konsolengeneration. Im ersten Teil von BioShock übernehmt ihr die Rolle von Jack, der im Jahre 1960 mit einem Flugzeug über dem Atlantik abstürzt und sich als einziger Überlebender zu einem Leuchtturm retten kann. In diesem findet Jack eine Tauchkugel, mit der er zufällig auch den Eingang zur Unterwasserstadt Rapture findet. Rapture ist eine Stadt, die am Meeresboden des Atlantiks liegt und die von Andrew Ryan erbaut wurde, um den gesellschaftlichen Fesseln zu entfliehen. Kaum in Rapture angekommen, lernt Jack Atlas, einen Bewohner aus jener Unterwasserstadt, kennen. Dieser verrät ihm, dass alle Einwohner von Rapture eine Substanz namens ADAM zu sich genommen haben, um ihre Fertigkeiten zu steigern. Allerdings hat ADAM auch einen Nachteil. Denn durch die Abhängigkeit der Substanz verlieren die Bewohner von Rapture schnell ihren Verstand. Zudem bittet Atlas Jack noch seine Familie zu suchen und zu retten. Soviel zur Story selber, aber was wäre ein gutes Videospiel ohne beeindruckende Gegner? In BioShock trifft man sehr schnell auf Little Sisters und Big Daddies, die im Laufe der Zeit einen Kultstatus erreicht haben. Besonders Big Daddies, die zu ihren Little Sisters eine besondere Beziehung pflegen, sind in der Spielergemeinde sehr beliebt. So tauchen sie beispielsweise auch noch in PlayStation All-Stars Battle Royale auf.

Willkommen in Rapture

In BioShock 2 übernehmt ihr dagegen die Rolle des ersten funktionstüchtigen Prototypen eines Big Daddies. Dieser hört auf den Namen Delta und ist auf der Suche nach seiner Little Sister, Eleanor. Die Handlung von BioShock 2 spielt im Jahre 1968. Rapture wird mittlerweile von Sofia Lamb geleitet, die unbedingt den menschlichen Egoismus abschaffen möchte. Zufälligerweise ist Eleanor Sofias Tochter, die sie Delta vor dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Rapture noch entwendet und zum Suizid gezwungen hat. Eleanor schafft es jedoch Delta wieder ins Leben zu holen und ist somit verpflichtet sie als Little Sister gegen Sofia Lamb zu beschützen. In BioShock Infinite übernehmt ihr die Rolle eines ehemaligen Pinkerton-Detektivs, der auf den Namen Booker DeWitt hört. Dieser erhält den Auftrag Elizabeth zu befreien und Schulden zu begleichen. Die Stories aller drei Titel wird spannend und knackig erzählt, sodass kaum Langeweile aufkommt. Im Allgemeinen muss ich auch zugeben, dass Ego-Shooter selten eine solche Tiefe in der Story vorweisen können, wie man sie in allen drei BioShock Spielen findet. Dies spiegelt sich auch in der Metacritic der Spiele wieder. Während BioShock 2 der „schlechteste“ Teil der Serie mit einer Durchschnittsbewertung von 88 ist, bekommen BioShock Infinite mit 93 und BioShock selber mit 96, sehr hohe Durchschnittswertungen. Der erste Teil befindet sich sogar auf dem dritten Platz in der Gesamtwertung der Xbox 360 Spiele wieder.

BioShock: The Collection mit DLCs und in 1080p

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, was BioShock: The Collection neben der spannenden Story noch zu bieten hat? Eine ganze Menge. Denn alle drei Titel laufen auf der Konsole in 1080p mit knackigeren Texturen, einer besseren Belichtung und natürlich (fast immer) 60 Frames pro Sekunde. Aber auch sämtliche DLC, die 2k Games für alle drei BioShock-Teile veröffentlicht hat, sind in der Sammlung enthalten. Wem dies immer noch nicht von einem Kauf von BioShock: The Collection überzeugt hat, der sollte sich eine weitere Besonderheit der Spielsammlung anschauen. Denn im Gegensatz zur deutschen Originalfassung, sind die Spiele diesmal nicht geschnitten und können völlig uncut gespielt werden. Allein dieser Grund wäre für mich schon eine Kaufempfehlung wert. Neben den DLCs bietet der erste Teil von BioShock auch noch ein „Museum der verwaisten Konzepte“, wo man sich alle verworfenen Ideen mit Erklärung der Entwickler anschauen kann. Wer danach immer noch nicht genug hat, für den gibt es noch „Imaging BioShock“. Hierbei handelt es sich um eine Dokumentation der Entwickler, die interessante Einblicke in die Entstehung der Geschichte preisgibt. Trotz allen Lobes gibt es aber auch einen Negativpunkt in BioShock: The Collection. Leider besitzen BioShock 2 und BioShock Infinite kein Bonusmaterial in der Sammlung. Dies wäre doch sehr wünschenswert gewesen. Leider fehlt auch der Multiplayer von BioShock 2, was ich aber persönlich nicht ganz so schlimm finde.

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Achievements und Gamerscore

Neben technischen und spielerischen Elementen der Spiele interessieren mich persönlich auch immer die Achievements eines Spiels. Insgesamt bietet BioShock: The Collection ganze 196 Achievements und 3905 Gamerscore. Den größten Teil könnt ihr in BioShock Infinite freischalten. Hier gilt es 80 Achievements mit 1670 Gamerscore freizuspielen. Glaubt man den Bewertungen im Netz, braucht ihr hierfür knapp 25 Stunden. Im ersten Teil der Serie seid ihr etwas schneller am Ziel. Denn hier braucht ihr für 63 Achievements und 1200 Gamerscore „nur“ 21 Stunden. BioShock 2 bietet immerhin mit 53 Achievements und 1035 Gamerscore noch 23 Stunden Spielspaß. Glaubt man den Angaben im Internet, bietet BioShock: The Collection wohl mehr als 70 Stunden Jagd auf Gamerscore und Achievements. Natürlich würden sich Gamerscorehunter über eine Achievementliste freuen, die schneller abzuarbeiten ist, aber alle anderen sollten mit über 75 Stunden Spielzeit eine Langzeitmotivation gegeben worden sein.

Mein Fazit

4/5 Oftmals ist es so, dass man sich Spiele aus der „guten alten Zeit“ ganz anders vorstellt, als sie tatsächlich waren. Zuletzt ist mir dies sehr oft bei alten SNES-Klassikern passiert. Besonders im Thema Grafik hatte ich doch einiges anderes in Erinnerung. Auch wenn die BioShock-Spiele bei weitem keine SNES-Grafik besitzen, sind diese jedoch so langsam in die Jahre gekommen. Mit BioShock: The Collection verpasst 2k Games allen drei Titeln einen neuen Schliff und hebt sie in die Moderne Zeit der Videospiele. Die Story der Spiele ist nach wie vor gut, sodass der einzige Kritikpunkt das fehlende Bonusmaterial der beiden letzten Teile bleibt. Insgesamt ist BioShock: The Collection ein sehr gelungenes Remastered drei beliebter Spiele, die in keiner Sammlung fehlen sollten. BioShock: The Collection könnt ihr günstig bei Amazon für Xbox One und PlayStation 4 bestellen.

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